Eberhard Thörel

Mein Name ist Eberhard Thörel, ich bin Psychologe, Stressmanagement-Trainer und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Wirtschaftspsychologie an der Universität Freiburg. Im Bereich Stressmanagement liegt mein Schwerpunkt auf der Erholung von der Arbeit. Zusätzlich beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema „Ständige Erreichbarkeit“, zu dem ich seit mehreren Jahren forsche und eine Reihe von Publikationen in wissenschaftlichen und angewandten Zeitschriften veröffentlicht habe. In Anlehnung an meine Forschung halte ich deutschlandweit Vorträge und gebe Workshops für verschiedene Zielgruppen zum Thema „Ständige Erreichbarkeit“.

Auch wenn ich in meiner Forschungstätigkeit einen Schwerpunkt auf „Ständiger Erreichbarkeit“ habe, war mir auch das individuelle Stressmanagement schon immer sehr wichtig, weshalb ich mich zum Stressmanagement-Trainer habe ausbilden lassen. Oftmals können wir die Bedingungen, unter denen wir im Beruf arbeiten nur begrenzt beeinflussen und auch im Privatleben haben wir Verpflichtungen, denen wir nachkommen möchten. Auch wenn unsere Tätigkeit und unsere privaten Verpflichtungen mit unseren Werten und Lebenszielen übereinstimmen kann es sein, dass diese als Stressoren wahrgenommen werden, was sich wiederum auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirkt. Ich vertrete die Überzeugung, dass „gestresst sein“ dennoch kein Zustand ist, den man einfach akzeptieren muss, wenn man seine Ziele erreichen möchte. Auch wenn man gelegentlich Menschen begegnet, die von Natur aus gut mit Stress umzugehen scheinen ist Stresskompetenz doch zunächst einmal eine Fähigkeit. Zwar lernen wir diese Fähigkeit oftmals nicht explizit, z.B. in der Schule, aber dennoch ist sie erlernbar und kann stetig verbessert werden. Wie viele Menschen habe auch ich diese Fähigkeit zunächst erlernen müssen. Die Erfahrung, die ich dabei gemacht habe, nämlich dass schon die Bewertung von Situationen einen großen Unterschied macht und – was noch wichtiger ist – veränderbar ist, möchte ich gerne an andere Menschen weitergeben.

Als Stressmanagement-Trainer vertrete ich ein Konzept, das auf mehreren Ebenen ansetzt: Auf der gedanklichen Ebene, auf der Ebene praktischer Bewältigungsstrategien und auf der Ebene der Erholung. Vor allem für die Erholung lässt die Leistungsgesellschaft oftmals wenig Raum. Mir ist wichtig, meinen Klienten dabei zu helfen, auch im Alltag regelmäßig Erholung zu finden und Erholung nicht auf „wenn die Arbeit getan ist“ oder auf den Jahresurlaub zu vertagen. Hier schließt sich der Kreis zum Thema gesunde Abgrenzung von der Arbeit (das Gegenteil von „ständige Erreichbarkeit“), aber auch von unseren anderen Verpflichtungen.

Qualifikationen

Neben meinem abgeschlossenen Psychologiestudium an der Universität Freiburg mit dem Schwerpunkt auf Klinischer Psychologie, Neuro- und Rehabilitationswissenschaften habe ich eine Ausbildung zum Stressmanagement-Trainer absolviert und war im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Wirtschaftspsychologie an der Universität Freiburg zwischen 2018 und 2020 auch Projektverantwortlicher im Projekt „Master – Management Ständiger Erreichbarkeit“. Aktuell halte ich Lehrveranstaltungen im Bereich Wirtschaftspsychologie an der Universität Freiburg und stehe kurz davor, meine Doktorarbeit abzuschließen.

Workshops (Auswahl)

  • Mehrere Workshops zum Thema „Umgang mit ständiger Erreichbarkeit im Lehrerberuf“ bei der GEW Baden-Württemberg in Stuttgart und online (Januar 2020 und April 2021)
  • „Management ständiger Erreichbarkeit“ bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund (Mai 2019)
  • „Ständig erreichbar – Fluch oder Segen?“ am Institut der Wirtschaft Thüringens (September 2019)
  • Mehrere Workshops zum Umgang mit ständiger Erreichbarkeit bei der Stadtsparkasse Oberhausen (April 2019)

Vorträge (Auswahl)

  • „Ständige Erreichbarkeit und psychische Gesundheit“ beim Regierungspräsidium Stuttgart (2019)
  • „The impact of work-related extended availability on employee health and life-domain-balance“ beim Kongress der European Association of Work and Organizational Psychology in Turin (Mai 2019)
  • „Bekomme ich heute noch eine Antwort…?“ bei der ConSozial in Nürnberg (November 2018)
  • „Grenzenlos arbeiten, grenzenlos gesund? – Flexible Arbeitsformen und ständige Erreichbarkeit in der IT-Branche“ bei der IHK Reutlingen (online, Juni 2020)

Publikation in wissenschaftlichen und angewandten Zeitschriften (Auswahl)

  • Thörel, E., Pauls, N., & Göritz, A. S. (2020). Antezedenzien und Wirkmechanismen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit – Wenn die Arbeitszeit nicht ausreicht. Gruppe. Interaktion. Organisation, 51, 37 – 47.
  • Thörel, E., Pauls, N., & Göritz, A. S. (2020). Are the effects of work-related extended availability the same for everyone? Journal of Work and Organizational Psychology, 36, 147 – 156.
  • Thörel, E., Pauls, N., & Göritz, A. S. (2021). Work-related extended availability, psychological detachment and interindividual differences: A cross-lagged panel study. German Journal of Human Resource Management. Advance online publication.
  • Artikel „Work Hard, aber rund um die Uhr?“ (Zweitautor) in Gründerszene Reports, Themenheft New Work
  • Artikel „Die Dosis einstellen“ (Zweitautor) in Personalwirtschaft, 06/2018
  • Artikel „Ständige Erreichbarkeit – (k)ein Problem für Beschäftigte und Unternehmen“ (Zweitautor) in Betriebliche Prävention 05/2018, Sonderheft Trends und Innovationen

Interviews für Pressebeiträge (Auswahl)

  • „Erreichbarkeit im Job – Schluss mit der Always-on-Mentalität“ auf meine-krankenkasse.de (Oktober 2020)
  • „Immer erreichbar und immer auf Draht. Wie sich die zunehmende Forderung nach ständiger Erreichbarkeit auf Social-Media-Verantwortliche auswirkt“ in Bayerische Sozialnachrichten (April 2018)
  • „Always on? Die Risiken der ständigen Erreichbarkeit“ in news+ (März 2018)